Bad Nenndorf,

Ausbildungs-/Übungswochenende des Technischen Zuges

Fr. 14.06.2024, 12:00 Uhr ging bei einem Teil unserer Einsatzkräfte der Melder. „Halleneinsturz MANV“ stand dort. Mit einem mehrtägigen Einsatz sei zu rechnen. Einfinden in unserer Unterkunft zu spätestens15:00 Uhr. Mehr Informationen waren unseren Einsatzkräften zu dem Zeitpunkt noch nicht bekannt.

Somit setze sich um 15:45 Uhr unser Technischer Zug bestehend aus dem Zugtrupp (ZTr), der Bergungsgruppe (B) und der Fachgruppe Notversorgung/Notinstandsetzung (FGr N) in Bewegung in Richtung Bad Fallingbostel. Unser Zugführer Jan-Henning Heckmann hatte eine im Einsatzauftrag stehende Koordinate vom Ziel erhalten und lotse die Fahrzeugkolonne so zum vermuteten Unglücksort. An der Heidmark-Halle in Bad Fallingbostel angekommen, wurden weitere Einheiten von Feuerwehr, Rettungsdienst und weiterer Hilfsorganisationen angetroffen. Und zur allgemeinen Verwunderung unserer Einsatzkräfte stand die Halle noch und es sah auch nicht nach einem Unglücksort aus. Stattdessen herrschte Grund zur Freude, denn alle alarmierten Einsatzkräfte waren während des Hochwassers zum Jahreswechsel 2023/ 2024 im Einsatz und wurden dafür durch den Landkreis Heidekreis geehrt. Nach der Ehrung ging es weiter für unseren Technischen Zug auf das Übungsgelände in Bad Nenndorf. Währenddessen wurden unsere Grundausbildungsgruppe, Jugendgruppe sowie weitere Einsatzkräfte aus unserm Ortsverband alarmiert, um in Bad Nenndorf eine Verpflegungsstelle aufzubauen. Pünktlich zum Anpfiff des Eröffnungsspiel der EM standen die Feldbetten im Unterkunftsgebäude und das Spiel konnte beim Genuss von Hotdogs geschaut werden.

Der nächste Tag startete mit einem gemeinsamen Frühstück. Anschließend erhielt unser Zugführer den ersten Einsatzauftrag des Tages. Angenommen wurde folgende Gesamtlage: In Bad-Nenndorf wurde am 14.06.2024 um 20:00 Uhr bei Baggerarbeiten eine alte Fliegerbombe beschädigt und zur Detonation gebracht. Hierbei wurden mehrere Gebäude zum Teil oder sogar ganz zerstört. Vermutet wurden mehrere tote und verletzte Personen. Anzahl: Unbekannt.

Im ersten Übungsszenario kamen unsere Atemschutzgeräteträger zum Einsatz. Die Fachgruppe Notversorgung/Notinstandsetzung hatte den Auftrag die Beleuchtung an der Einsatzstelle aufzubauen.

Der Ort an dem der Bagger auf die Fliegerbombe traf war das Bürogebäude eines Schuhgroßhandels. Es war bereits dunkel und starke Rauchentwicklung war zu sehen. Das Gebäude ist nach Aussagen voll unterkellert und droht weiter einzustürzen. Zurzeit ist unklar wie viele Personen sich im Gebäude befanden. Vermutlich 3 Personen. Es ist aktuell nicht möglich mit dem Fahrzeug zum Gebäude zu gelangen.

Im zweiten Szenario wurden Mitarbeiter einer Rohrbaufirma vermisst. Die Mitarbeiter waren in der Kanalisation in unmittelbarer Nähe vom Explosionsort mit Arbeiten beschäftigt. Durch Rufe und Kontaktaufnahme mit dem Verschütten konnte festgestellt werden, dass die Atemluft in den Rohren abnimmt und die Lebenszeichen der verschütteten Personen weniger werden. Mittels Bohr- & Aufbrechhammer wurden Zugänge zu den verschütteten Personen geschaffen und die Rettung in die Wege geleitet.

Im nächsten Szenario wurde das angrenzende Gebäude in der Heckmannstraße 12 durch die Explosion teilzerstört und mehrere vermisste Personen wurden im Gebäude vermutet. Das Gebäude schien instabil zu sein und Richtung der Explosionsstelle zu kippen. Mittels Einsatzgerüstsystem (EGS) musste das Gebäude abgestützt werden und zwei verletzte Personen wurden mittels Schleifkorb aus dem 2. Obergeschoss abgeseilt. Der Zugang zu den Personen wurde durch Eisenträger versperrt, die mittels Brennschneigerät beseitigt werden mussten.

Aufgrund der Einsatzdauer war es notwendig eigene Infrastruktur aufzubauen und zu betreiben. Somit musste unsere Fachgruppe N einen geeigneten Standort zum Aufbau des mitgeführten Campmaterials finden. Der Aufbau funktionierte reibungslos. Allerdings fiel die Entscheidung, dass man nach dem Abendessen doch in der gestern bezogenen Unterkunft genächtigt werden soll. So wurde in gemütlicher Runde der Tag ausgeklungen.

Am nächsten Morgen hieß es packen und nach dem alles auf den Fahrzeugen und Anhängern verlastet war ging es auf den Heimweg nach Syke.

Es war ein ereignisreiches Wochenende, auf welches wir nun zurückblicken können.

Ein Dank geht an den OV Stadthagen, der uns spontan am Samstag mit einem Anhänger ausgeholfen, da unser Anhänger aufgrund eines technischen Defekts ausgefallen ist.


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